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Dupuytrensche Kontraktur


Neue, minimal invasive OP-Methoden können das Leiden mit den krummen Fingern in kurzer Zeit lindern.

Bei der Dupuytrenschen Kontraktur, auch Morbus Dupuytren oder Dupuytren-Krankheit genannt, treten typischerweise Knoten und Stränge an den Fingern und an der Hand auf.  Die Verwachsung dieser Gebilde mit der Haut führt zum Schrumpfen der Haut, d.h. sie wird kontrakt (deshalb “Kontraktur”) und zieht die Finger in die Beugung. Am häufigsten betroffen sind Klein- und Ringfinger, aber auch alle anderen Finger, auch der Daumen, können erkranken. Wenn die Kontraktur, d.h. die Krümmung der Finger zu einem funktionellen Problem wird, ist eine Operation angezeigt.

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Ursachen & Symptome


Ursachen:

Bei der Dupuytrenschen Kontraktur handelt es sich um eine erbliche Erkrankung, die nicht ursächlich, jedoch gehäuft mit einigen anderen Leiden, z. B. Diabetes mellitus, einhergeht.

Symptome:

Die Dupuytren-Kontraktur verläuft in der Regel schmerzlos und betrifft häufig beide Hände, wobei die Ausprägungen der Kontrakturen an den Händen unterschiedlich sein können. Als erste Symptome bemerken Patienten strangförmige Verhärtungen, meist am Ringfinger und kleinen Finger. In der Folgezeit, oft jedoch erst Monate nach den ersten Symptomen, verkürzen sich die Beugesehnen der betroffenen Finger immer weiter bis zur Fixierung der Finger in der gebeugten Stellung. Die Hohlhandfaszie vernarbt, sodass die Patienten auf der Handinnenfläche kleine Knoten tasten können. Die Krankheitsverläufe sind sehr unterscheidlich. Auch nach erfolgreicher operativer Therapie kann die Dupuytrensche Kontraktur nach Jahren erneut auftreten.

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Behandlung


Diagnose Dupuytrensche Kontraktur

Die Diagnose vom Facharzt für Handchirurgie erfolgt durch eine eingehende Tastuntersuchung und verschiedene Testungen. Danach erfolgt eine individuelle Beratung darüber, welche Behandlung für den jeweiligen Patienten und dessen Hände die beste Möglichkeit zum jeweiligen Zeitpunkt darstellt. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei der minimal invasiven Operation Knoten und Stränge weitgehend vollständig entfernt werden; nach der Nadelfasziotomie bleiben diese im Gewebe und sind auch später noch tastbar, aber eben bei wieder gut streckbaren Fingern. Gerade für ältere oder berufstätige Menschen ist der wichtigste Aspekt, dass ein längerer Behandlungsverlauf vermieden wird.

Behandlungsmöglichkeiten:

Große Operationen mit großen Schnitten sollten heute bei der Dupuytrenschen Kontraktur nach Möglichkeit vermieden werden!

Die Fachärzte der HPC Oldenburg beherrschen für den individuellen Fall jedoch das gesamte Spektrum der Handchirurgie, vom endoskopischen Mini-Eingriff  bis zur Maximal-OP bei weit fortgeschrittener Erkrankung, bei Rezidiv oder infolge einer Vor-OP.

Minimal invasive OP:

Die Handchirurgen von HPC Oldenburg haben eine minimal invasive Technik entwickelt, die sogenannte “moduläre Fasziektomie”, die die radikale Entfernung des krankhaften Gewebes durch kleine Schnitte (mit später unauffälligen Narben) ermöglicht.

Die Ruhigstellung nach der Operation erfolgt für vier bis fünf Tage. Die Finger können in der Regel nach fünf bis sieben Tagen wieder bewegt werden. Patienten sollten aber wissen, dass die operierte Hand dennoch häufig für einige Wochen noch nicht wieder im gewohnten Maß gebraucht werden kann. Hier ist, obleich es sich um eine Mini-OP handelt, Geduld gefragt.

Operationstechnik Perkutane Nadelfasziotomie (PNF):

Bei dieser Technik wird das harte Stranggewebe mit einer scharfen Injektionsnadel an mehreren Stellen unter der Haut in örtlicher Betäubung durchtrennt. Der oder die betroffenen Finger werden vorsichtig und völlig schmerzfrei aufgedehnt. In wenigen Minuten kann ein über Jahre beklagenswerter Zustand der Krümmung auf diese Weise korrigiert oder deutlich verbessert worden.

fortgeschrittene Dupuytrensche Kontraktur

unmittelbar nach PNF

Die durch die Erkrankung stark verkürzte Haut reißt manchmal als Folge der Behandlung ein. Die so entstandenen kleinen Wunden verheilen aber innerhalb von Tagen. Schon am Behandlungstag kann der betroffene Patient alle wichtigen Tätigkeiten (Essen, An- und Auskleiden, persönliche Hygiene) durchführen. Autofahren ist am Folgetag möglich. Zur Nachbehandlung sind lediglich ein kleiner Verband und eine Nachtschiene für zwei bis drei Wochen erforderlich.

Nicht zuletzt hinsichtlich des bekannten genetischen Hintergrundes der Erkrankung sollten die Vor- und Nachteile der jeweiligen Behandlungsform vor einem Eingriff sorgsam abgewogen werden.